
Man könnte auch sagen Ikebana – Anders. Oder Regen und Schweigen. Oder Ansätze zur Neufindung im sitzen und gehen. Alles was das Leben so ausmacht. Alltagstauglich. Wir trafen uns, unter der Leitung von Christoph Singer, im Bildungshaus des Stiftes Zwettl, um gemeinsam zu praktizieren, nach innen zu gehen, mit dem, was wir im Aussen zur Verfügung haben. Offen für das, was kommt, und ich war und bin überwältigt, was alles kam. Das Leben pur.

Doch der Reihe nach und mit Sicherheit nicht vollständig. Es bleibt ein Abriss des Momentes – doch der ganz frisch. Dazu nutzen wir alle Tools, das Kissen zur Meditation, das langsame bewusste Gehen (Kinhin), den Kreuzgang, den Stiftsgarten, den Kräutergarten, den Fluss. Was das besondere an dieser Zeit war, der aussergewöhnlich starke ununterbrochene Regen. Der Regen in seiner Kraft, primär sehnlichst erwartet und dann übermannend und einnehmend.
Was hat mich besonders berührt? Der Kreuzgang des Stiftes.
Die Mystik von Kreuzgängen in Klöstern ist tief in der Stille und der meditativen Atmosphäre verwurzelt, die diese heiligen Orte umgibt. Diese architektonischen Meisterwerke sind nicht nur ein Ort der Ruhe und des Gebets, sondern auch Zentren energetischer Kraft. Die geometrische Anordnung und die Ausrichtung der Kreuzgänge sind darauf ausgerichtet, eine harmonische Balance zu schaffen, die die spirituelle Praxis unterstützt und vertieft. Beim Durchschreiten dieser Gänge wird man geradezu eingeladen, in einen Zustand der Reflexion und inneren Stille einzutreten, die die Verbindung zum großen Ganzen stärkt. Die Energie, die in diesen heiligen Gängen fließt, kann als kraftvoll und reinigend zugleich beschrieben werden, ein Spiegelbild der Absicht und Hingabe derjenigen, die diese Räume seit Jahrhunderten für Gebet und Kontemplation nutzen. Die Kreuzgänge dienten schon immer als Brücken zwischen der materiellen Welt und der spirituellen Erfahrung, indem sie einen physischen und energetischen Raum bieten, der zur inneren Einkehr und zur Erhebung des Geistes einlädt.
Die Frequenzen und Resonanzen sind dabei einzigartig in ihrer Fähigkeit, tiefe spirituelle Erfahrungen zu fördern. Diese heiligen Räume sind so gestaltet, dass sie Schwingungen erzeugen, die mit den natürlichen Frequenzen des menschlichen Körpers und Geistes in Resonanz treten. Diese harmonische Resonanz kann zu einer verstärkten inneren Klarheit, Ruhe und einem erweiterten Bewusstseinszustand führen und ja das kann auch zu viel sein und man möchte dem einfach entkommen. Der Regen kann die energetische Wirkung der Kreuzgänge verstärken, indem er die Luft reinigt und die Energieflüsse erneuert. Der Einfluss von Pluto, der momentan spürbar ist, kann zudem tiefgreifende Transformationen und die Freisetzung alter, nicht mehr dienlicher Energien fördern. In dieser Zeit der Veränderung bieten die Kreuzgänge einen stabilen, geerdeten Raum, in dem diese energetischen Verschiebungen auf eine Weise erlebt werden können, die Heilung und spirituelles Wachstum unterstützt.
Und nicht zuletzt: Das Mindset, mit dem man diese Räume betritt, hat ebenfalls einen großen Einfluss auf das Erleben. Ein offenes, empfängliches und respektvolles Mindset kann die Erfahrung vertiefen und eine stärkere energetische Resonanz mit dem Raum ermöglichen. Es geht nicht nur darum, physisch durch die Gänge zu gehen, sondern sich auch auf einer tieferen, spirituellen Ebene mit dem Raum zu verbinden. Die Intention, mit der man sich bewegt – sei es in Stille, Gebet oder Kontemplation – kann die energetische Erfahrung verstärken oder abschwächen. Somit ist die Kombination aus der Geschwindigkeit der Bewegung und der Qualität des Mindsets entscheidend dafür, wie man die energetischen Schwingungen der Kreuzgänge erlebt.

Speziell in den Dämmerungsphasen habe ich dies verstärkt wahrnehmen können. Jetzt war dem nicht genug, kam die besondere Arbeit und Herangehensweise mit den Pflanzen dazu. In einer unglaublichen, besonderes feinen persönlichen und universellen Art und Weise führte uns Christine Lener an das Thema den Dialog Ikebana heran. Aus meiner Perspektive für Fortgeschrittene weil, so subtil zurück geführt auf das Ganze, das einem nur bleibt zu staunen.
Christine Lener nähert sich der Kunst des Ikebana mit einer tiefen Achtung vor der Natur und einem feinen Gespür für den wertungsfreien Augenblick. In ihrer Praxis verbindet sie traditionelle Techniken mit einem modernen Verständnis für Komposition und Raum, um Werke zu schaffen, die sowohl zeitlos als auch innovativ sind. Sie sieht Ikebana nicht nur als eine Form des Blumenarrangements, sondern als einen meditativen Prozess, der den Geist beruhigt und die Seele nährt. Durch die sorgfältige Auswahl und Platzierung jeder Blume und jedes Zweiges sucht sie nach einer Harmonie, die über das Visuelle hinausgeht und eine tiefere, energetische Verbindung zum Betrachter herstellt. Ihr Zugang zu Ikebana ist somit eine Einladung, die subtilen Botschaften der Natur zu erkunden und die stille Kraft zu entdecken, die in der Einfachheit und im Gleichgewicht liegt. Auf diese Reise hat sie uns mitgenommen, zwischen Linie, Fläche und Masse; oder Kontur, Kontrast und Zerbrechlichkeit. Herausgekommen sind wundervolle Dialoge im Schweigen, im Kontakt mit der Pflanze. Was bleibt? Dankbarkeit. Und der Blick nach innen – der den äusseren Blick schärft.

Nach Hause kommen.






Wie wunderschön deinen tiefsinnigen Bericht zu lesen! Danke dir dafür herzlichst Silvia Semerci