Yogaferien auf La Gomera (El Cabrito, April 2021)

Nach einer langen Anreise, die ganz reibungslos funktionierte und dennoch den einen oder anderen Zwischenaufenthalt inkludierte, erreichten wir alle am Anreisetag die Finca El Cabrito – nur zu Fuss oder via Boot erreichbar – auf der kleinen kanarischen Insel La Gomera.

Gelandet in einer anderen Welt, fern der kulturlosen Bedingungen in Theater, Kino, Gastronomie, wie wir sie inzwischen nahezu als normal empfinden. Brigitte vom Finca-Team erwartete uns an der Mole und nach einer kurzen Einführung ging es direkt zum Abendessen. Es war nahezu unglaublich: unsere Gruppe zusammen sitzend am Meer nebeneinander, miteinander und wir konnten diese erste Mahlzeit schon ganz anders genießen. Dankbarkeit. Eine Yoga-Familie formierte sich für eine Woche.

Yoga bringt dich in den Augenblick, der einzige Ort, wo das Leben existiert

Von Unbekannt

Bereits am nächsten Morgen starteten wir mit Meditation und Pranayama (Atemübungen) um 6 Uhr morgens, gefolgt von Hatha-Yoga Asanas. Nach diesem Start ging es täglich zum frischen Frühstücksbuffet mit vielen Köstlichkeiten – Finca-Selfmade.

Entspannung beginnt in den äußeren Schichten des Körpers und dringt bis in die tiefen Schichten unserer Existenz vor.

Yogasutra 2.48

Manche von uns bevorzugten davor ein erstes Schwimmen im Meer. Das Wetter präsentierte sich in dieser Woche mit stabilem Hochdruck mässig, leicht bewegt, sonnig, hin und wieder wolkig im Hinterland. Schwimmen war – für fast alle – ein tägliches Vergnügen (bei Wassertemperaraturen um die 20 Grad).

Die Tage flossen dahin, ganz unterschiedlich verbrachten wir die Tageszeiten. Die Bedürfnisse waren verschieden: von kurzen (Hausberg und Stuhl), mittellangen (San Sebastian, Seima) oder langen Wanderungen (Somprero – Bar Peraza- Seima) über Ausflüge (Lorbeerwald) zu Massagen (mit Uta, Susanne und Denis – Danke euch!) hin zu Malen, Lesen, die Seele baumeln lassen in der Hängematte, der botanischen Führung oder einfacher Stille und immer wieder auf das Meer schauen und eintauchen.

Das Verringern von Hindernissen im Geist und Blockaden im Körper führt dazu, daß sich unsere körperlichen Funktionen in einem harmonischen Gleichgewicht befinden.

Yogasutra 2.43

Eine Morgen-Meditations Wanderung zum Kreuz: der besondere Tagesbeginn für unser Geburtstagskind an diesem Tag.

Eine Woche wandelte sich zum gefühlten Jahr. Eine vollständige Transformation von Geist, Körper, Seele. Neue Ideen kamen auf, neues Denken und die ein oder andere Lebensentscheidung wurde getroffen. Es ist immer gut die Komfort-Zone (egal wie bequem oder unbequem sie sich gerade präsentiert) zu verlassen. Mit Abstand zu betrachten, was ist, wohin man will und zu fragen: was ist der Sinn meines Seins hier auf dieser Erde.

Der Horizont der nicht verschwindet, Eins-werden mit der Unendlichkeit.

Zeit verbringen und Blumen bewundern, fotografieren, Wahrnehmen einer Reihe von Perlen schöner Glücksmomente die einen inneren Frieden entstehen lassen. Der große Unterschied zum Zuhause in Mitteleuropa ist das direkte soziale, dankbare Teilen des Erlebens. Natürlich kann man all das auch allein wahrnehmen – doch um wieviel potenziert ist diese Freude in der Gemeinsamkeit. Auch Sorgen zu besprechen, konstruktive Diskurse führen, nicht notwendiger Weise einer Meinung sein zu müssen ist wertvoll. Das Sprechen miteinander, das Teilen und die gemeinsamen Interessen heraus zu kristallisieren – das ist gelebte Demokratie. Weg vom Schubladendenken und von unreflektierten Verurteilungen – egal in welche Richtung.

Vor dem Abendessen folgte eine Iyengar-orientierte Yoga-Einheit, die detaillierter in die Praxis einführt und die eigene Körpererfahrung vertiefen und verstehen half. Eine Einladung im Buch des Körpers zu lesen, zu fühlen und zu erkennen. Was wirkt wie zusammen und wie kann ich das, was für mich gut ist, beeinflussen, um Balance zu finden bzw. in ihr zu bleiben, stabiler werden, Leichtigkeit erleben und voller Energie mein Leben leben?

Den Tagesabschluss bildete Tandava, der mystischen Tanz aus der Tantra-Yoga Praxis des Vijnabhairava, wie ich es seit vielen Jahren bei/mit und ohne Daniel Odier gelernt habe und praktiziere. Tandava hilft uns den Fluß des Lebens fließen zu lassen, keine Widerstände dem entgegenzusetzen, was das Leben uns im Jetzt bietet. Keine Verhärtungen und Verspannungen aufkommen zu lassen und wenn sie da sind, sie zu lösen, immer wieder in den Moment des Jetzt eintauchen und zu atmen. Diesen langsamen zu Musik zu praktizieren war eine wundervolle Option, sich mitnehmen zu lassen in den Raum des Friedens am Ende eines jeden Tages.

Quintessenz: Wir haben zusammen Sein gelebt. Respektvoll und mit Freude und wir haben alle – jeder für sich – das Immunsystem gestärkt, was ich persönlich als eine der machtvollsten Instrumente dieser Zeit halte. Auch wenn es keine Garantie darstellt, erhöht es das Vertrauen in dich und deine Lebensqualtität – sofort und nachhaltig. Dran bleiben lohnt sich – davon bin ich überzeugt. Ein Yoga Life-Style ist ein sehr guter Berater seit Jahrtausenden.

Die nächsten Yogaferien sind geplant für den 2.-9.4.2022 – am liebsten würd ich allen Yoga-Schülern die Option geben mitzukommen, da das nicht geht, melde dich rechtzeitig um deinen Platz zu sichern.

Jeder Mensch kann Yoga üben, solange er atmet.

Yogasutra 2.39

Danke an Alle, die es möglich gemacht haben, dass diese Reise so stattfinden konnte: das gesamte El Cabrito Team, MESA , die Fluggesellschaften (Lufthansa und Rynair) und W- A- G- T- I- N- B

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Scroll to top